Absinth-Arten

Auf dem Markt gibt es heute viele verschiedene Absinth-Arten. Dank moderner und auch traditioneller Herstellungsverfahren konnte die Anzahl der Variationen stark gesteigert werden. Und eigentlich ist ein Absinth auch immer auf seine Weise einzigartig, weil die Rohstoffe vom Geschmack und ihren Inhaltsstoffen her immer gewissen Schwankungen unterliegen können. Auch der Herstellungs- und Veredelungsprozess hat dann einen ganz großen Anteil am Geschmack und an der Qualität des Absinths. So haben sich seit der Entstehung bis heute auch verschiedene Entwicklungslinien herausbilden können.

Absinthe Verte

Bei diesem Produkt handelt es sich um den Absinth, den die Allgemeinheit kennt. Er hat die Farbe Grün und in der Regel handelt es sich hierbei um einen qualitativ sehr hochwertigen Absinth. Hergestellt wird dieser Absinth natürlich aus Wermut und grünem Anis. Um den Geschmack dann noch weiter abzurunden wird in den meisten Rezepturen auch noch Fenchel verwendet. Je nach Hersteller werden dann noch andere Kräuter hinzugegeben, um dem Geschmack noch eine individuelle Note zu geben. Nach der Destillation kommen dann weitere grüne Kräuter hinzu, um die entsprechende Färbung zu erreichen. Der Geschmack dieses Produkts wird hauptsächlich vom Wermut, Fenchel und den Färbekräutern bestimmt. Der Alkoholgehalt liegt im Allgemeinen bei über 60% und kann sogar bis zu 74% erreichen, weil nur dann eine dauerhafte grüne Färbung gewährleistet werden kann. Im 19. Jahrhundert zählten die meisten Absinthprodukte zu dieser Gruppe. Heute gibt es deutlich weniger Auswahl in diesem Segment, obwohl diese Erzeugnisse in Frankreich, Deutschland, Österreich und Tschechien hergestellt werden.

La Bleue oder auch La Blanche

Bei diesem Absinthprodukt fehlt ein wesentlicher Bestandteil, der eigentlich ein Markenzeichen ist, ohne das man sich den Absinth eigentlich nicht vorstellen kann. Ihm fehlt die Farbe. Bei dieser Absinthsorte handelt es sich um ein klares hochprozentiges Gemisch, welches aus ganz pragmatischen Gründen so entwickelt wurde. Bei der Herstellung wird hier einfach der Färbeprozess übergangen. Auf Grund dieses Schrittes ist das gewonnene Produkt nicht nur transparent, sondern besitzt auch noch einen nicht ganz so starken Geschmack, weil die Farbkräuter meist einen etwas herben Beigeschmack hinzugeben. Ein solcher Absinth hat darüberhinaus auch meist weniger Alkohol und die Konzentration liegt in der Regel bei um die 50% vol. Hergestellt wurden diese Produkte früher meist in der Schweiz, wo der Absinth über viele Jahre illegal war. Damit die staatlichen Einrichtungen diesen Absinth dann nicht so schnell identifizieren konnten, wurde einfach die typtische Farbe weggelassen.

Absinthe-Anisette

Der Absinthe-Anisette ist eine etwas speziellere Variante des Absinths und wird zum Großteil aus Wermut und Anis hergestellt. Die anderen Kräuter und Zutaten halten sich mehr im Hintergrund und aus diesem Grund tendiert dieses Getränk geschmacklich ganz klar in eine Richtung. In der Regel sind diese Erzeugnisse auch verdünnt und mit circa 45% Alkoholanteil für einen Absinth relativ mild. Ein solcher Absinth wird in der Regel von Personen getrunken, die viel Wert auf den Wermutgeschmack legen und diesen auch voll herausschmecken möchten. Es gibt auch Sorten, bei denen der Anisanteil etwas höher ist und die dann auch etwas stärker nach diesem Kraut schmecken. Diese Absinthsorte wurde sehr beliebt, als das Verbot in einigen europäischen Ländern rechtskräftig wurde. Man konnte diesen Schnaps auch ohne Wermutanteile herstellen und geschmacklich tendierten sie in die klassische Richtung. Vor allem in Frankreich erfreuten sich diese Schnäpse großer Beliebtheit und wurden nach dem Verbot in den Straßencafés in den späten Nachmittagstunden getrunken.

Alter Absinth

Wie bei vielen anderen Getränken, kann auch die Zeit und die Alterung ein wichtiger Qualitätsfaktor sein, wenn es um den Geschmack eines Absinths geht. Man kann einen Absinth über mehrere Jahre aufheben und im Laufe der Zeit beginnt sich das Chlorophyll zu zersetzen. Durch diesen Reifeprozess kommt es zu einer Farbänderung und der Absinth ändert seine Farbe von grün nach gelb/braun. Wenn der Absinth sehr alt ist, dann kann es auch vorkommen, dass der Absinth eine Bernsteinfarbe bekommt. Es gibt auch heute noch Absinthflaschen, die über 100 Jahre alt sind. Viele Kenner dieses Getränks schwören auf den Geschmack und die Wirkung, die diese Überreste aus einer vergangenen Zeit zu uns bringen können.

Minderwertiger Absinth

Neben diesen Hauptgruppen des Absinths gibt es noch viele andere Varianten, die teilweise von minderer Qualität sind oder eigentlich schon nichts mehr mit dem original Absinth zu tun haben. Da die Anzahl der Brennereien im 19. Jahrhundert stark zunahm, entwickelten sich auch verschiedene Methoden, von denen einige nicht wirklich die Qualität des Absinths förderten, sondern diese sogar massiv verringern konnten. Auch heute noch werden verschiedene Herstellungsverfahren eingesetzt, die den Absinth nicht nach traditionellen Rezepturen und Verfahren zubereiten und die dadurch die Qualität des Absinths negativ beeinflussen können. Heute noch sehr weit verbreitet ist das Einfärben des Absinths mit einer grünen Lebensmittelfarbe. Dadurch wird die grüne Farbe dauerhafter und viel intensiver. Ein weiterer weit verbreiteter Fehler, der gerne bei verschiedenen Absinthsorten gemacht wird, ist die falsche Form der Zubereitung. Man nutzt häufig die Mazeration, um den Absinth direkt herzustellen, anstatt ihn noch einmal zu destillieren. Hier kommen dann die verschiedenen Bitterstoffe des Wermuts direkt in das Getränk, ohne durch eine erneute Destillation herausgefiltert zu werden. Wenn ein Absinth direkt mit diesem Extrakt hergestellt wird, dann schmeckt er stärker und auch schärfer. Diese Methode wird gerne genutzt, weil sie sehr preisgünstig ist und man schnell große Mengen Absinth herstellen kann. Eine weitere Form des minderwertigen Absinths ist die reine Wermut-Destillation, die anschließend mit ätherischen Ölen verfeinert wird. Die Ergebnisse dieser Form der Herstellung sind gerade noch annehmbar, aber kommen lange nicht an die originalen Herstellungsverfahren heran. Auch sehr weit verbreitet ist die Beimischung von verschiedenen Stoffen, die den Absinth im Geschmack verändern. Zum Beispiel werden verschiedene Öle oder diverse Mazerate eingesetzt, die den Absinth größtenteils negativ beeinflussen.

Pastisinthe

Die Pasthisinte zählen nicht zu den Absinthgetränken, aber sie sind geschmacklich sehr eng mit ihnen verwandt. Es handelt sich hierbei um Pastis mit Wermut. Ein Pastis ist ein Schnaps, der stark nach Anis schmeckt. Diese Schnäpse können dann auch mit einem Wermut-Mazerat verfeinert werden und wenn der Herstellungsprozess gut durchgeführt wird, dann sind die Produkte von der Qualität her auch annehmbar. Um den Geschmack noch ein wenig zu verbessern, wird oftmals auch Zucker dem Getränk beigemischt. Hergestellt werden die Pastinthe hauptsächlich in Deutschland, Frankreich und Spanien.

Wermutlikör

Eine weitere Verwandtschaft zum Absinth besitzt der Wermutlikör. Diese Verwandtschaft ist jedoch ein Produkt des Marketings und außer der Zutat Wermut haben diese beiden Getränke nichts gemeinsam. Die Wermut-Mazerate sind ein wichtiger Bestandteil, der aber geschmacklich nicht wirklich im Getränk durchkommt. Der Wermutlikör ist in der Regel sehr bitter und um dies ein wenig abzufedern wird in den meisten Fällen etwas Zucker beigemischt. Diese Produkte werden dann häufig auch noch mit Wermutöl angereichert, um einen höheren Thujonwert zu erreichen. Anschließend werden diese Getränke als Absinth an ahnungslose Menschen verkauft. Am häufigsten werden diese billigen Produkte in Tschechien, Deutschland und Österreich hergestellt.