Die beste Stunde für den Absinth

Als hochprozentiges alkoholisches Getränk lässt sich Absinth natürlich am besten in den Abendstunden genießen. Ebenso wie ein guter Weinbrand, Wermut oder Likör wird Absinth jedoch bei Liebhabern auch mal als Verdauungstrunk nach einem reichen Mahl oder bei festlichen Anlässen serviert, was ebenfalls kein Verstoß gegen die guten Sitten ist. Ganz im Gegenteil gilt es als vornehm und besonders schick, auch mal am Nachmittag ein Gläschen Absinth zu zelebrieren. Viele Menschen kommen zum ersten Mal mit Absinth in den Ländern, wo der Absinth eine lange Tradition hat, in Berührung. Zum Beispiel bei einem Urlaub in Frankreich, in der Schweiz, in Böhmen oder auch in den USA. Hier gehört es einfach dazu, auch die regionalen Absinth-Trinkrituale auszuprobieren. Dazu kann man sich in einer gemütlichen Bar oder einem schicken Restaurant treffen und sich von den Kennern die richtige Trinkweise zeigen zu lassen. Absinth ist kein Erfrischungsgetränk, das man irgendwo am Strand oder unterwegs mal schnell zu sich nimmt. Gerade an besonders heißen Tagen kann der hohe Alkoholgehalt einem schnell den Kopf verdrehen. Hier kann man den Absinth auf der Terrasse oder in einem kleinen romantischen Straßencafé unter einer Markise auch gut gekühlt oder mit ein paar Eiswürfeln genießen und im Schatten den Absinth vor der Sonne schützen.

Woran kann man wirklich guten Absinth erkennen?

Eine Frage, die immer wieder bei den Konsumenten aufkommt, ist die Frage nach einem wirklich guten Absinth. Diese Frage kann natürlich nicht pauschal beantwortet werden, weil jeder Mensch in dieser Richtung einen eigenen Geschmack besitzt. Hier in Deutschland zum Beispiel werden eher die milden Absinthsorten bevorzugt, die ein sehr natürliches Aroma besitzen. In Spanien dagegen wird mehr Anis im Absinth verarbeitet, weshalb dieser auch würziger schmeckt. In Frankreich trinkt man den Absinth etwas bitterer als in der Schweiz, die ihn deshalb ohne Zucker genießen. Es kommt also in erster Line auf den individuellen Geschmack an, der hier zur Orientierung dient. Man sollte sich zudem auf die verschiedenen etablierten Händler auf dem internationalen Markt verlassen, weil diese mittlerweile sehr hochwertige und auch sehr gute Erzeugnisse liefern. Die Farbe sollte jedoch nicht der alleinige Entscheidungsgrund für einen Absinth sein, weil diese in vielen Fällen auch mit Lebensmittelfarben versetzt werden. Auch Produkte, die direkt aus Absinth-Essenz hergestellt wurden, sollte man eher meiden, weil sie in der Regel sehr bitter schmecken. Besonders warnen muss man eigentlich nur vor Schwarzbränden, deren Herkunft unbekannt ist. Diese werden nicht auf ihre Inhaltsstoffe kontrolliert und können aus diesem Grund auch Schadstoffe in hoher Konzentration enthalten.

Eine ganz besondere Delikatesse sind die sehr alten Absinths, die es auch noch heute auf dem Markt zu kaufen gibt. Es gibt Flaschen, die über 100 Jahre alt sind und deren Inhalt heute besonders gut schmeckt. Wenn der Absinth reift, dann kann es vorkommen, dass er seine Farbe verändert. Sehr alte Absinthsorten sind bernsteinfarben und Kenner schwören auf diese sehr alten Produkte, die natürlich immer seltener werden.

Zusammenfassend kann man sagen, dass man bei der Auswahl des richtigen Absinths auf den eigenen Geschmack und natürlich auf den Rat eines guten Händlers vertrauen sollte, der sich in der internationalen Absinthszene gut auskennt.

Gefahren des Absinths

Der Absinth ist ein berüchtigtstes Getränk und es gibt viele verschiedene Behauptungen in diesem Umfeld, die auch heute noch das Bild über den Absinth prägen. Gerade weil der Absinth viele Jahrzehnte in ganz Europa verboten war, haben sich verschiedene Gerüchte und Legenden verbreiten können, die auch heute noch von vielen Menschen geglaubt werden. Es heißt zum Beispiel, dass der Absinth Halluzinationen und epileptische Anfälle auslösen kann oder dass dieses Getränk Geisteskrank macht. Ein Bestandteil des Absinths hat die Gemüter der Menschen immer beschäftigt – das Thujon. Es wird oft behauptet, dass dieser Stoff für die verschiedenen Folgen verantwortlich ist, die damals häufig aufgetreten sind. Doch neuste Studien haben festgestellt, dass die meisten Nebenwirkungen, die damals auftauchten, die Folgen des exzessiven Alkoholkonsums waren. Das Thujon kam in vielen Absinthsorten nur in so geringen Mengen vor, dass es oftmals gar keine Wirkung haben konnte. Heute wurde ein europaweiter Grenzwert für das Thujon festgelegt, der zu keinen gesundheitlichen Nachteilen führen sollte, wenn man den Absinth in Maßen genießt.

Bei dem Stoff Thujon handelt es sich um ein Nervengift, das in hohen Konzentrationen wirklich zu epileptischen Krämpfen und Halluzinationen führen kann. Ein weiterer Punkt betrifft die Zusatzstoffe, die vielen verschiedenen Absinthen zugegeben werden. Diese sind in der Regel zwar nicht gefährlich, jedoch kann es vorkommen, dass der Absinth dadurch im Geschmack getrübt wird. Man sollte aus diesem Grund auf hochwertige und natürliche Markenprodukte zurückgreifen. Eine Warnung muss man bei den verschiedenen Schwarzbränden aussprechen, die nicht auf ihre Inhaltsstoffe getestet werden und deshalb auch zu viel Thujon oder andere Schadstoffe enthalten können. Bei einem normalen Absinth geht die größte Gefahr vom Alkohol aus, deren Auswirkungen eigentlich jedem bekannt sein sollten. Früher war das Hauptproblem des Absinths, dass viele Menschen abhängig vom Alkohol wurden und dann ein allgemeiner sozialer Abstieg begann. Bei Schäden oder Beschwerden der inneren Organe sollte man auf den Konsum von Absinth und anderer alkoholischer Getränke verzichten

Die Zutaten

Der Absinth ist eines der umstrittensten und bekanntesten Getränke des vergangenen Jahrhunderts. Insgesamt gibt es viele verschiedene Rezepturen und Herstellungsverfahren in diesem Umfeld. Von den Rohstoffen bis zum Endprodukt ist es ein langer Weg, der je nach Qualität des Absinths einen ganz anderen Weg nehmen kann.

Der Ausgangspunkt für ein gutes Produkt sind zunächst einmal die verschiedenen Rohstoffe, die im Absinth Verwendung finden. Der Absinth besteht aus den verschiedensten Kräutern, die am Ende den Geschmack des Getränks bestimmten. Als Grundstoff dient natürlich der Wermut, der seit jeher die Grundlage für den Absinth bildet. Die Herstellung des Absinths konzentrierte sich damals hauptsächlich in Landschaften, in denen das Wermutkraut besonders gut gedeiht. Wermut enthält die verschiedensten Bestandteile, die jeweils individuelle Eigenschaften haben. Einer der umstrittensten Bestandteile ist das Thujon. Dieser Stoff gelangt während der Herstellung auch in den Absinth. Es handelt sich bei Thujon um ein Nervengift, welches aber nur in sehr geringen Mengen im Absinth vorkommt. Dieses Nervengift kann für Verwirrtheitszustände oder epileptische Krämpfe sorgen, wenn es in hohen Dosen aufgenommen wird. Schwindel, Halluzinationen und Wahnvorstellungen sind weitere Symptome, die bei übermäßigem Konsum auftreten können.

Ein weiterer Aspekt, der den Absinth berühmt gemacht hat, war die ihm zugesprochene aphrodisierende Wirkung, die vermutlich ebenfalls vom Thujon und dem Alkoholgemisch ausgehen dürfte. Desweiteren sind verschiedene Bitterstoffe im Wermut enthalten, die einen Großteil des Geschmacks ausmachen und zudem auch noch eine medizinische Wirkung haben. Sie wirken hauptsächlich positiv auf unseren Magen und wurden aus diesem Grund auch bei Wurmkuren eingesetzt.

Ein weiterer wichtiger Rohstoff des Absinths ist der Anis. Je nach Nation ist der Anteil an Anis verschieden, denn in Deutschland bevorzugen die Menschen lieber etwas weniger Anis als die Südeuropäer. Der Anis ist ein Kraut, welches hauptsächlich im Süden Europas beheimatet ist und hier auch in der traditionellen Medizin eingesetzt wird. Der Anis ist ein wichtiger Geschmacksträger für den Absinth und zudem wird er als schleimlösendes Medikament verwendet. Er ist auch antibakteriell und kann bei schweren Blähungen eingesetzt werden. Hier kommt vor allem die entkrampfende Wirkung zum Tragen und auch andere wichtige Eigenschaften werden dem Anis zugesprochen.

Je nach Rezeptur werden aber auch noch andere Inhaltsstoffe dem Absinth hinzugegeben, damit dieser auch eine persönliche und individuelle Note bekommt. Oft wird dem Absinth auch Fenchel beigemischt. Dieses Kraut ist ebenfalls sehr geschmacksintensiv und verleiht dem Absinth einen ganz bestimmten würzigen und auch sehr aromatischen Geschmack. Besonders gerne wird der Fenchel zusammen mit Anis eingesetzt, weil der Fenchel den intensiven Geschmack des Anises ein wenig abrunden kann. Diese Kräuter sind in der Regel die wichtigsten Grundstoffe eines guten Absinths, aber es gibt natürlich auch noch viele weitere Zusatzstoffe, die die Qualität und den Geschmack des Absinths wesentlich steigern können.

Oft wird zum Beispiel auch Ysop, Zitrone, Kamille, Pfefferminze oder Salbei beigemischt. Man versucht hier den Geschmack des Absinths in eine gewisse Richtung zu lenken. So kann man zum Beispiel mit den Zitronen ein etwas fruchtigeres Aroma erreichen, das heute im Allgemeinen sehr beliebt ist.

Mazeration und Vollendung

Diese ganzen Zutaten werden dann mit einem Neutralalkohol oder Destillat gemischt, an das sie dann auch die verschiedenen Inhaltsstoffe abgeben sollen. Diesen Schritt bezeichnet man als Mazeration. Das Destillat ist in den meisten Fällen ein sehr hochprozentiger Alkohol, der die verschiedenen Inhaltsstoffe, wie zum Beispiel die Bitterstoffe und die Geschmacksstoffe herauslösen soll. Damit dieser Schritt ein wenig schneller abläuft, wird das ganze Gemisch erst einmal langsam erwärmt, damit diese chemischen Reaktionen beschleunigt ablaufen können. Wenn man diesen Prozess beobachtet, dann kann man auch langsam eine grünliche Färbung erkennen, die im Laufe der Zeit immer intensiver wird. Je nach Herstellungsverfahren dauerte diese Mazeration länger oder kürzer und es gibt auch verschiedene Techniken in diesem Umfeld. Wenn man nun das Absinth-Extrakt gewonnen hat, muss man dieses dekantieren und anschließend filtern, um eine reine Flüssigkeit zu erhalten. Diese Flüssigkeit wird eventuell anschließend noch einmal mit Destillat vermengt, um das richtige Verhältnis zu erzielen.

Das Destillieren zum Absinth

Das Destillat ist ein Produkt der Destillation. Es handelt sich bei der Destillation um ein chemisch-physisches Verfahren, welches die Grundlage für fast alle hochprozentigen Getränke bildet. Generell dient diese Technologie dazu, ein Gemisch aus verschiedenen Stoffen zu trennen, die einen unterschiedlichen Siedepunkt haben. Als Ausgangsstoff dient hier eine Maische, die zum Beispiel aus vergorenen Früchten hergestellt wird. Bei der Herstellung von Absinth wird die gesamte Mazeration, die im vorherigen Schritt entstanden ist, nun destilliert. Bei diesem Schritt werden die starken und ungenießbaren Bitterstoffe des Wermuts herausgefiltert, um einen besseren Geschmack zu erreichen. Bei günstigen und nicht-hochwertigen Produkten wird häufig auf diesen Schritt verzichtet und es wird zur Herstellung fast nur mit dem Extrakt gearbeitet. Auch dieses Destillat kann im Anschluss noch einmal mit den verschiedensten Kräutern, zum Beispiel Minze behandelt werden, so dass ein noch besserer Geschmack entsteht. Diese sogenannten Färbekräuter sind auch noch für die Farbgebung des Absinths verantwortlich und je nach Herstellung und Rezeptur können sich hier große Unterschiede auftun. Viele Genießer schwören auch auf den Geschmack eines alten Absinths. Diese haben meist keine grüne Färbung mehr, sondern tendieren eher in das bräunliche. Dies ist keine Verfallserscheinung, sondern ein ganz normaler Prozess, weil sich das Chlorophyll zersetzt. Ein sehr hochwertiger und sehr alter Absinth ist in der Regel bernsteinfarben und gilt bei Kennern als besonders geschmackvoll. Bei vielen modernen Produktionen wird der Absinth darüberhinaus auch noch mit Lebensmittelfarbe eingefärbt, um ein intensiveres und beständigeres grün zu erhalten.

Die Herstellung von Absinth ist also keine hohe Wissenschaft. Es handelt sich bei diesem Produkt in der Regel um ein vollständiges Naturprodukt, welches sich durch einen sehr feinen Geschmack auszeichnet.

Absinth in den USA

Nicht nur auf dem Alten Kontinent begeisterte der Absinth die verschiedenen Gesellschaften, sondern auch in der Neuen Welt wurde dieses Getränk sehr beliebt. Die Rohstoffe, also der Wermut und Anis, sind auch in den Vereinigten Staaten anzutreffen und aus diesem Grund konnte sich hier dann eine Absinthszene etablieren, die wirklich gute Produkte hervorbrachte. Den Absinth ereilte in Amerika jedoch dasselbe Schicksal, wie in Europa und er wurde für viele Jahrzehnte verboten. Der Absinth hat auch in den USA einen hervorragenden Ruf, weil auch hier sehr viel von dem klassischen Mythos bekannt ist und man hier viel Wert auf den besonderen und aromatischen Geschmack legt.

Als der Absinth sich in Europa auf dem Höhepunkt befand und in den Straßencafés der Großstädte immer beliebter wurde, wurden auch die Menschen in Amerika auf dieses Getränk aufmerksam und natürlich konnte sich der Absinth auch hier sehr schnell ausbreiten. Die wichtigste Stadt in diesem Zusammenhang ist New Orleans. Diese Stadt wurde sehr schnell als das kleine Paris bekannt und auf dem Höhepunkt im Jahr 1906 gab es hier über 2000 Lokale und Bars. Die wichtigste Einrichtung in diesem Zusammenhang war das Old Absinthe House in der Bourbon Street, dass schon seit 1826 Absinth ausschenkte und somit einen legendären Ruf genoss. Auch hier wurde der Konsum des Absinths bald übertrieben und immer mehr Menschen gerieten in die Abhängigkeit. In den USA begannen sich dann wie in Europa die Gegner des Absinths zu formieren und schon im Jahr 1912 wurde dann der Absinth von staatlicher Seite aus verboten. Dieser Schritt war der Auftakt zur umfassenden Prohibition, welche dann im Jahr 1919 eingeführt wurde. Ab dem 16. Januar 1920 wurden die Herstellung, der Verkauf und der Transport aller alkoholischen Getränke vollständig verboten. Der Absinth gehörte zu den Vorboten dieser Entwicklung und viele weitere Staaten hatten die Prohibition schon vor dem Ersten Weltkrieg eingeführt. Die treibenden Kräfte in diesem System waren die 1869 gegründete Prohibitionspartei und diverse christliche Verbände. Während des ersten Weltkriegs stieg dann der Alkoholkonsum stark an und es wurde ein temporäres Alkoholverbot erlassen. Im Jahr 1933 wurde die Prohibition dann wieder zurückgenommen und die ersten Staaten begannen wieder damit alkoholische Getränke zu erlauben. In einigen konservativen Staaten war es jedoch bis in die 1960er Jahre hinein der Konsum von Alkohol verboten. Dies betraf jedoch nicht die Freigabe des Absinths, denn dieser bliebt noch bis zum Jahr 2007 verboten.

Der Absinth in den USA heute

Im Jahr 2007 wurde dann auch der Absinth in den USA wieder zum Verkauf freigegeben. Und schon kurz darauf begannen die ersten Importeure den Absinth aus Frankreich, der früher hier so beliebt gewesen war, in das Land zu holen. Viele Menschen stellen sich die Frage, warum der Absinth denn gerade jetzt wieder zum Verkauf freigegeben wurde? Die Antwort ist einfach. Es wurden Absinthsorten zum Verbrauch freigegeben, die fast kein Thujon enthalten und damit auch weniger gesundheitsschädlich sind.

Die verschiedenen Rituale, die damals in Europa begründet wurden, sind auch heute noch in den USA bekannt. In diesem Zusammenhang orientierte man sich in den USA an den französischen Ritualen, die hier sehr populär waren und daher auch fast allerorts angewendet wurden. Bei diesem Ritual füllt man ein Glas mit Absinth und legt einen Absinthlöffel über die Öffnung, auf dem dann zwei Stück Zucker positioniert wurden. Dann wurde kaltes Wasser darüber getropft, bis die Zuckerwürfel vollständig aufgelöst waren. So konnte der meist bittere und starke Absinth dann auch gut genossen werden.

Der Absinth ist in den USA heute sehr beliebt und natürlich wird er hier auch sehr gut verkauft. Der Mythos konnte sich gerade in diesem Land sehr gut entwickeln, weil der Absinth hier so lange verboten war und man sich danach sehnte endlich die „verbotenen Früchte“ wieder genießen zu können. Zurzeit wird der Großteil des Verbrauchs mit Erzeugnissen aus Europa gedeckt, aber es ist anzunehmen, dass die Brennereien in den USA sich auf diesen neuen Trend einstellen werden. Es gibt schon die ersten Produkte, die in den USA hergestellt werden. Früher gab es hier schon eine florierende Absinthwirtschaft, weil die verschiedenen Rohstoffe, zum Beispiel Wermut, in großen Mengen verfügbar sind. Vor der Prohibition war die USA einer der größten Exporteure in diesem Marktsegment. Dass sie diese Stellung jedoch zurückerobern werden, ist derzeit nicht denkbar, weil die gesetzlichen Bestimmungen noch zu restriktiv sind. In den USA können nur Produkte hergestellt werden, die fast kein Thujon enthalten und diese dürften im Ausland schwer abzusetzen sein. Auch in den USA sind derzeit heftige Diskussionen entbrannt, die sich um den Thujongehalt drehen. Auf der einen Seite gibt es die Fraktion, die die Begrenzung des Thujons verteidigt und auf der anderen Seite gibt es die Anhänger des klassischen Absinths, die behaupten, dass „absinth without thujone is like Playboy without the photos“. Es beginnen sich also wieder alte Fronten zu formieren und diese Debatte wird die US-Absinthszene noch viele Jahre beschäftigen. Trotz dieser Umstände ist ein weiterer Anstieg der Beliebtheit des Absinths wahrscheinlich und die Kenner der klassischen Sorten werden ihren Bedarf zu stillen wissen.

Kultur und Absinth in den USA

Die ersten Kultureinrichtungen in den USA sind schon am diskutieren, welchen Einfluss der Absinth auf die Kunstszene haben wird. Man erhofft sich eine ähnliche schöpferische Stimmung, wie in den alten Zeiten und verspricht sich ein Boom der Künste. Ob dies so der Fall sein wird, ist erst einmal nicht absehbar, weil man so etwas Dynamisches und Eigenwilliges wie die Kunst nicht vorausberechnen kann. Dies wird erst die Zeit zeigen.

In den amerikanischen Szenekneipen kann man jedoch Jahr für Jahr einen Anstieg des Absinthkonsums feststellen. In New York zählt der Absinth heute wieder zu den Trends und entlang der gesamten Ostküste bekommen Wodka, Gin und Téquilla langsam eine starke Konkurrenz, die noch lange weitere Marktanteile gewinnen wird. Der Absinth konnte sich innerhalb kürzester Zeit wieder in der amerikanischen Gesellschaft etablieren und wird wohl wieder ein wichtiger Teil der Kulturszene werden. Welche Auswirkungen das haben wird, lässt sich heute noch nicht sagen. Das wird erst die Zukunft zeigen.

Absinth Herkunft

Der Absinth ist eines der wohl bekanntesten Getränke der Welt. Es gibt nur wenige Dinge, die die Gesellschaften so beeinflusst, inspiriert aber auch polarisiert haben wie der Absinth. Der Ursprung des Absinths liegt im Zentrum Europas. Dies ist nicht wirklich verwunderlich, weil hier auch der Lebensraum des Wermutkrauts liegt, welches für die Herstellung von Absinth unverzichtbar ist. Dieser Rohstoff verleiht dem Absinth seinen unvergleichlichen Geschmack und liefert die wichtigen Inhaltsstoffe. Am besten gedeihen Wermutpflanzen auf kargen steinigen Böden in den gemäßigteren Klimazonen, wo es dennoch sehr trocken ist. Zu finden ist dieses Kraut in Europa, Nord- und Südamerika sowie in weiten Teilen Asiens. Der Absinth entstand jedoch in der Schweiz, wo sehr gute Bedingungen für den Anbau des Wermuts eine wichtige Rolle spielten. Vor allem im Val-de-Travers wird seit über 250 Jahren der Wermut angebaut und aus diesem Grunde befindet sich auch hier ein Zentrum des Absinths. Der Boden ist in der erdgeschichtlichen Epoche des Jura entstanden und bietet für den Anbau die perfekten Bedingungen. Das erste Rezept für die Herstellung von Absinth stammte von einer Familie, die in dieser Region lebte und die ein Wermut-Elixier herstellte. Dieses Rezept wurde später von einem Arzt übernommen, der anschließend das Rezept optimierte und für die Massenproduktion vorbereitete. Die heilende Wirkung des Wermuts war schon damals bekannt und aus diesem Grunde überrascht es nicht, dass sich gerade ein Arzt mit diesem Elixier beschäftigte. Schon bald darauf entstanden die ersten Absinth-Brennereien, die dann auch schon bald nach Frankreich übersiedelten, weil sich hier ein größerer Absatzmarkt bot. In den nächsten Jahren entwickelte sich Frankreich dann zum Zentrum des Absinths und hier wurde dieses Getränk sehr schnell sehr beliebt. Nach nur wenigen Jahrzehnten war der Konsum von Absinth auf über 200 Millionen Liter pro Jahr hinaufgeschnellt.

Auch wenn Frankreich das wohl wichtigste Land des Absinths war, konnte sich dieses Getränk auch in vielen anderen Ländern etablieren. Fast ganz Westeuropa nahm an diesem Kult teil und natürlich wurden unzählige nationale und regionale Varianten entwickelt. In Spanien zum Beispiel wurde zusätzlich viel mit Anis gearbeitet, während man in Deutschland eher weniger von diesen Kräutern im Absinth haben wollte. In den 90er Jahren kamen aber auch noch viele andere Länder hinzu, die sich mit dem Absinth beschäftigten. Darunter auch der ehemalige Ostblockstaat Tschechien, der verschiedene sehr gute Produkte in diesem Bereich hervorgebracht hat. Hier werden heute sehr hochprozentige Absinthprodukte vertrieben, die dann nach dem tschechischen Ritual getrunken werden sollten. Viele der günstigen Varianten des Absinths werden mittels Absinthessenz hergestellt und nur die wirklich hochwertigen Sorten mittels der traditionellen Mazeration. Hier spielen verschiedene Faktoren eine Rolle und vor allem bei den sehr hochwertigen Produkten merkt man dies auch am Geschmack. Dieses Herstellungsverfahren ist nicht nur auf ein einziges Land begrenzt, sondern wird weltweit betrieben.

In den USA ist der Absinth erst seit 2007, nach circa 70 Jahren Verbot, wieder legal und aus diesem Grund ist die dortige Industrie noch nicht so weit entwickelt. Es gibt zwar schon einzelne Produkte, aber hauptsächlich greift man hier auf Erzeugnisse aus Europa zurück, die in diesem Bereich auf eine ältere Tradition zurückblicken können. Auch heute noch liegen die wichtigsten Länder des Absinths in Europa, hier vor allem Frankreich, Spanien, Deutschland, Österreich, Belgien und Tschechien. Nachdem der Absinth in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts ein Revival erlebt, tauchen auch immer mehr Sorten aus exotischen Ländern auf. Auf dem Markt gibt es heute zum Beispiel auch Absinth aus Brasilien, Südafrika und natürlich auch aus den verschiedenen ehemaligen Ostblockstaaten.