Absinth Herkunft
Der Absinth ist eines der wohl bekanntesten Getränke der Welt. Es gibt nur wenige Dinge, die die Gesellschaften so beeinflusst, inspiriert aber auch polarisiert haben wie der Absinth. Der Ursprung des Absinths liegt im Zentrum Europas. Dies ist nicht wirklich verwunderlich, weil hier auch der Lebensraum des Wermutkrauts liegt, welches für die Herstellung von Absinth unverzichtbar ist. Dieser Rohstoff verleiht dem Absinth seinen unvergleichlichen Geschmack und liefert die wichtigen Inhaltsstoffe. Am besten gedeihen Wermutpflanzen auf kargen steinigen Böden in den gemäßigteren Klimazonen, wo es dennoch sehr trocken ist. Zu finden ist dieses Kraut in Europa, Nord- und Südamerika sowie in weiten Teilen Asiens. Der Absinth entstand jedoch in der Schweiz, wo sehr gute Bedingungen für den Anbau des Wermuts eine wichtige Rolle spielten. Vor allem im Val-de-Travers wird seit über 250 Jahren der Wermut angebaut und aus diesem Grunde befindet sich auch hier ein Zentrum des Absinths. Der Boden ist in der erdgeschichtlichen Epoche des Jura entstanden und bietet für den Anbau die perfekten Bedingungen. Das erste Rezept für die Herstellung von Absinth stammte von einer Familie, die in dieser Region lebte und die ein Wermut-Elixier herstellte. Dieses Rezept wurde später von einem Arzt übernommen, der anschließend das Rezept optimierte und für die Massenproduktion vorbereitete. Die heilende Wirkung des Wermuts war schon damals bekannt und aus diesem Grunde überrascht es nicht, dass sich gerade ein Arzt mit diesem Elixier beschäftigte. Schon bald darauf entstanden die ersten Absinth-Brennereien, die dann auch schon bald nach Frankreich übersiedelten, weil sich hier ein größerer Absatzmarkt bot. In den nächsten Jahren entwickelte sich Frankreich dann zum Zentrum des Absinths und hier wurde dieses Getränk sehr schnell sehr beliebt. Nach nur wenigen Jahrzehnten war der Konsum von Absinth auf über 200 Millionen Liter pro Jahr hinaufgeschnellt.
Auch wenn Frankreich das wohl wichtigste Land des Absinths war, konnte sich dieses Getränk auch in vielen anderen Ländern etablieren. Fast ganz Westeuropa nahm an diesem Kult teil und natürlich wurden unzählige nationale und regionale Varianten entwickelt. In Spanien zum Beispiel wurde zusätzlich viel mit Anis gearbeitet, während man in Deutschland eher weniger von diesen Kräutern im Absinth haben wollte. In den 90er Jahren kamen aber auch noch viele andere Länder hinzu, die sich mit dem Absinth beschäftigten. Darunter auch der ehemalige Ostblockstaat Tschechien, der verschiedene sehr gute Produkte in diesem Bereich hervorgebracht hat. Hier werden heute sehr hochprozentige Absinthprodukte vertrieben, die dann nach dem tschechischen Ritual getrunken werden sollten. Viele der günstigen Varianten des Absinths werden mittels Absinthessenz hergestellt und nur die wirklich hochwertigen Sorten mittels der traditionellen Mazeration. Hier spielen verschiedene Faktoren eine Rolle und vor allem bei den sehr hochwertigen Produkten merkt man dies auch am Geschmack. Dieses Herstellungsverfahren ist nicht nur auf ein einziges Land begrenzt, sondern wird weltweit betrieben.
In den USA ist der Absinth erst seit 2007, nach circa 70 Jahren Verbot, wieder legal und aus diesem Grund ist die dortige Industrie noch nicht so weit entwickelt. Es gibt zwar schon einzelne Produkte, aber hauptsächlich greift man hier auf Erzeugnisse aus Europa zurück, die in diesem Bereich auf eine ältere Tradition zurückblicken können. Auch heute noch liegen die wichtigsten Länder des Absinths in Europa, hier vor allem Frankreich, Spanien, Deutschland, Österreich, Belgien und Tschechien. Nachdem der Absinth in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts ein Revival erlebt, tauchen auch immer mehr Sorten aus exotischen Ländern auf. Auf dem Markt gibt es heute zum Beispiel auch Absinth aus Brasilien, Südafrika und natürlich auch aus den verschiedenen ehemaligen Ostblockstaaten.
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